Carl Ceiss

ISCHTAR BLOCK/ OMIKRON OSIRIS / ECHO AUS NINIVE

 

Besetzung:    1 D,  1 H  und Chor /Variabel
Entstanden:  2020
Rechte:         Alle Rechte beim SEISMOCORDER VERLAG. Frei zur Uraufführung

Ischtar Tor von Babylon (Ausschnitt)


ISCHTAR BLOCK beschreibt den über dreitausend Jahren andauenden Kampf der Geschlechter, von Matriarchat und Unterwerfung der Männer bis in die Gegenwart, der Abhängigkeit voneinander, der kulturellen und der sozialen Emanzipation der Menschheit aus der Perspektive Ischtars, einer Gottheit aus dem alten Mesopotamien,  zuständig für Krieg als auch für das sexuelle Begehren zugleich, trat in beiden Geschlechtern auf, ohne ein Hermaphrodit zu sein. Eingelagert ist die phantastisch anmutende Geschichte des hebräischen Propheten wider willen Jona, der aus dem Walfisch gespuckt den Tyrannen Sanherib von den Sünden abbringen soll als auch das griechische Ehedrama zwischen der Xanthippe und dem Sokrates. In Form eines Hermetischen Monolith entstand der reflektierende Theatertext unter teilweiser Verwendung von Übersetzungen von assyrischen Keilschrifttexten in der Zeit der globalen Viruskrise. Der Triebstau wirkt auf die Formation wie ein Sprengsatz ohne Zeitzünder.

Das Fragment OMIKRON OSIRIS (e.: 2015) erzählt, warum in Europa eine Hochzeit platzt, Mohamed ein Blutbad anrichten will, in den Heiligen Krieg nach Syrien zieht, dort im Museum die Statue von Osiris zerstört, aber den Krieg gegen die Kultur nicht gewinnen kann. Nach einem Terroranschlag verzichtet der Martyrer im Paradies überraschend auf seinen versprochenen Lohn von 72 Jungfrauen, von einem Burkachor verhöhnt.

Dritter Teil ist der Monolog ECHO AUS NINIVE, welcher die Perspektive des historischen Königs Sanherib einnimmt, der Begründer der Stadt Ninive, welcher sich um das Amt des Despoten neu bewirbt, da er hervorragende Erfahrungen beisitzt in der Unterdrückung, mit dem sich der Bogen zum ersten Teil schließt. Ein szenischer Dreisprung im Zweistromland über ideelle Infektionen pandemischer Dimension.

 


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